Gefahrgut-Foren  
 

Gedanken zum neuen Jahr


Weihnachts-Dieter
Sie wollten mich im Dezember nicht ans Editorial ranlassen! Die "Risikokommunikation" und das "Große Ganze" hätten mehr Bedeutung als das kleinteilige Gequengel eines Gefahrgutspezialisten wie mir, haben sie in der Redaktion gesagt. Dabei ist der Themenkreis "Risiko" ohne mich gar nicht darstellbar! Aber man muss halt seine Grenzen erkennen. Oder besser die Grenzen der persönlichen Möglichkeiten. Und das Beste daraus machen. Genau das ist es, was mich zum Jahreswechsel beschäftigt hat.
Die ganzen guten Vorsätze der letzten Jahre – was wurde aus ihnen? Konnte ich auch nur ansatzweise etwas am "Großen Ganzen" ändern? Nein, nicht wirklich. Die Rechtsetzer dulden mein Mitwirken nicht bei UN ECE, bei IMO-DSC, bei WP.15, nicht beim BLFA und auch nicht im AGGB. Ich musste erkennen, dass ich als einfacher (wenn auch äußerst erfahrener und engagierter) Praktiker doch nur ein Rechtsunterworfener bin, der sich im fremdgesteckten Rahmen zu bewegen hat – juris-fencing müsste das heutzutage wohl heißen.
Insofern muss ich mir für das neue Jahr keine so großen Vorsätze zur Verbesserung der Gefahrgutwelt machen. Doch im Kleinen – denke ich – könnte ich etwas bewirken. Das fängt wohl an mit eben der Erkenntnis, sich nicht mehr darüber aufzuregen, dass irgendwie alles falsch läuft. Ruhiger werden, den Kreislauf durch sportliche Betätigung in Gang bringen statt durch Aufregung, die nichts bringt. Den Fuß häufiger mal vom Gas nehmen, um nicht von roten Blitzen geblendet zu werden. Das ist billiger und soll ja auch der Sicherheit dienlich sein. Vielleicht öfters mal erst nachdenken und dann handeln. Aushänge und Hinweise lesen statt intuitiv handeln. Mit dem Gabelstapler umsichtig zielen statt gleich zuzustoßen. Tun, was der Chef anordnet, weil er sich dabei sicherlich was denkt. Obwohl – das erscheint mir alles schon ganz schön ambitioniert ...
Dieter Danger

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