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Wer spart, der lügt


S

chreiben Sie bloß nicht, dass wir dadurch Geld sparen, sonst drücken unsere Kunden gleich wieder die Preise." So die ängstliche Reaktion eines Logistikdienstleisters auf mein Ansinnen, eine Erfolgsmeldung seines Hauses in gela zu würdigen. Schade - denn wie Unternehmen Geld sparen können, das ist, was den Leser interessiert. Warum darf sich eigentlich ein Industrieunternehmen stolz damit brüsten, dass es z.B. durch Personalabbau Millionen sparen wird, während dessen "Partner" und Zulieferer aus reinem Selbsterhaltungstrieb mit ihren Sparmaßnahmen hinterm Berg halten müssen?
Ich habe einst sparen gelernt in dem Sinn, dass man Rücklagen bildet, etwas auf die hohe Kante legt. Wer hingegen nicht spart, gibt sein Geld aus (positiv formuliert: belebt die Konjunktur) oder spekuliert damit auf höhere Erträge (mit dem Risiko, einiges oder gar alles zu verlieren).
Die heutigen Spar-Parolen wie "Geiz ist geil" und "Tiefstpreis-Garantie" z.B. der Elektronik-Märkte sind nachweislich Bauernfängerei. In aller Regel fehlen die Vergleichsmöglichkeiten, oder der sparwillige Konsument vertraut auf die gebetsmühlenartig vorgebrachten und omnipräsenten Werbebotschaften.
Mit dem Wesen des Sparens verhält es sich vermutlich wie mit dem Energieerhaltungssatz der Physik: Das Geld ist nicht weg, es ist nur woanders. Oder: Was an einer Stelle eingespart wurde, muss an anderer Stelle mehr geleistet werden. Hinzu kommt ein weiterer Etikettenschwindel: "Wir müssen sparen" heißt in aller Regel doch "Ihr müsst sparen".
Das ganze Gerede ums Sparen können wir uns also getrost sparen.


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