Betrachten wir zur Vergegenwärtigung eine den meisten von uns bekannte Situation in der Partnerschaft: Er will grün, sie will rot – der faire Kompromiss ergibt (gemäß Farblehre) ein schmutziges braun. Ganz nebenbei: der eigentliche kleinste gemeinsame Nenner wäre in diesem Beispiel gelb. Mischt man übrigens alles zusammen, dann ergibt das schwarz.
Ohne in der aktuellen Wahlkampfatmosphäre politisch werden zu wollen, zeigt das Beispiel, dass Kompromisse nicht zwangsläufig auch optimale Problemlösungen darstellen. Bei zwei polarisierten Standpunkten könnte einer ja der richtige, also zielführende sein, während eine Kompromisslösung im Grunde niemandem nützt. Fragt sich nur, wer darüber entscheiden soll, welcher Standpunkt nun der optimale
ist ...
Wie so oft, ist hier gesunder Menschenverstand gefordert. Der Begriff impliziert allerdings schon das Problem: Wir sind nur Menschen, beladen mit Schwächen. Und da ist es gelegentlich opportuner, Entschuldigungen für unsere Schwächen zu finden als den Verstand zu bemühen. Heraus kommt dann leicht ein Kompromist.